Die Hearthstone Pro-Szene: Mal ein paar Gedanken zu Papier gebracht

Hearthstone

Hey Fans,

Nun bewege ich mich schon ein wenig länger in der Hearthstone Pro-Szene und habe sehr viel mitbekommen. Verschiedene Teams, verschiedene Spieler, Sponsorings, Bekanntschaften, die welche sind, Bekanntschaften, die keine sind, Lug und Trug und die ein oder andere ehrliche Haut ist auch dabei. Insgesamt gesehen kann man nach einem guten Jahr Hearthstone sagen, dass sich rund um das Spiel eine professionelle Szene entwickelt, die aber noch immer ganz am Anfang steht. Und vor allem haben sich Teams entwickelt und um die soll es heute primär gehen.

Viele werden sagen “Hey, wozu braucht man überhaupt ein Team, das ist doch ein Einzelspiel”. Das stimmt natürlich, aber es ist wie im Schachsport: Man kann alleine nicht über ein bestimmtes Level hinauskommen. Man braucht Trainingspartner, Diskussionspartner und natürlich auch Menschen, die einem Organisatorisches vom Leib halten, damit man sich ganz auf das Spiel konzentrieren kann. Deswegen ist ein Team wichtig – sofern es ein Team ist und kein Ego-Trip einzelner.

Andere wiederum werden sagen “Professionell Hearthstone spielen? Ist doch eh alles Luck”. Nein, das stimmt so nicht. Zu einem Kartenspiel gehört immer eine Portion Glück, das ist klar. Aber es ist wie im Poker: Oft sitzen die immer gleichen Leute am Final Table und das hat seinen Grund. Auch ein Amateur kann mal einen Profi bezwingen, aber auf lange Sicht gesehen oder über eine Strecke von 100 Spielen wird der Amateur schlecht aussehen. Blizzard hat auf Blizzcon 2014 gesagt, dass ihr Ziel ist, ein Skill / Glück Verhältnis von 75 / 25 zu erreichen und man kann durchaus sagen, dass ihnen das gelungen ist. Es gibt wie in jedem Spiel Glückssträhnen und Pechsträhnen, aber am Ende setzt sich immer der höhere Skill eines Spielers durch. Hearthstone birgt mehr spielerische Geheimnisse, als so mancher von euch glauben mag.

Aber zurück zu den Teams. Wir haben also festgestellt, dass ein Team durchaus nicht schaden kann. Natürlich möchte am Ende immer der Einzelne ein Turnier und damit Preisgeld gewinnen, aber ich wiederhole es gerne noch einmal: Ohne Team ist das kaum möglich (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Alleine die soziale Interaktion ist wichtig, die täglichen Diskussionen über Decks, die täglichen Analysen bestimmter Spiele und Spielzüge. Das Entwickeln neuer Ideen, und natürlich viel viel Training.

Für mich allerdings bedeutet das auch, dass ein Team nur solange gut funktioniert, solange es auch konstant zusammen bleibt. Wie im Fußball ist eine gewisse mannschaftliche Geschlossenheit wichtig, eine verschworene Einheit, die sich hilft und den jeweils anderen anfeuert. Das ist, was ein Team ausmacht, auch wenn man in Hearthstone immer nur als Einzelner gewinnen kann (wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann ja sogar Team-Meisterschaften?).

Aber dort, wo es Teams gibt, gibt es leider auch immer Menschen, die einen Dreck auf ein “Wir-Gefühl” geben. Auf diese Menschen kann ich zumindest getrost verzichten und für mich sind das auch keine Teamplayer. Für mich muss ein Team aus zwar ehrgeizigen und nerdigen, aber auch netten Menschen bestehen. Die sogenannten Social Skills sind ebenso wichtig wie die spielerischen Qualitäten. Zumindest dann, wenn man sich in einer Gemeinschaft bewegt.

Die Hearthstone Pro-Szene ist (noch) ein großer Kindergarten – auch wenn mit so einigem Geld um sich geworfen wird. Da gibt es Spieler, die wechseln ihre Teams wie andere Leute ihre Unterhosen. Da gibt es Sponsoren, die werfen mit Geld um sich, dass einem Schwarz vor Augen wird, ohne jeglichen Sinn und Verstand. Hauptsache, man hat das Aushängeschild “X” und den Superstar “Y” eingekauft und kann mit ihm Promotion betreiben. Bis dieser auf den Rip-Off keine Lust mehr hat und das Team wechselt. Für die Sponsoren sind Turniergewinne natürlich wichtig, und das ist auch gut so. Aber viel wichtiger ist doch ein klares Konzept, wie man nachhaltig Qualität ins Team bekommt und alle Spieler weiterentwickelt. Daher sollte man als Sponsor nicht immer nur auf die bereits etablierten “Stars” setzen, sondern auch mal talentierte Spieler dazu holen, aus denen etwas werden kann. Nachwuchsförderung sozusagen.

Leider besteht die Hearthstone-Pro Szene derzeit aus immer den gleichen Namen. Und da diese ihre großen Twitch-Streams haben und somit auch ihre treue Community, bleiben diese Namen das Maß aller Dinge. Ein professioneller Hearthstone-Spieler, der nicht streamt, hat keine Chance, davon seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das ist schade, aber es ist so. Weil kein Team einem unbekannten Newcomer eine Chance gibt und weil man ihn damit auch einfach nicht kennt. Das ist wirklich sehr schade.

Und somit reduziert sich das Teambuilding oftmals auf bereits bekannte Streamer, die zwischen verschiedenen Sponsoren wie Pingpong-Bälle hin und her geworfen werden. So läuft das, that’s Business.

Aber wie gesagt, die HS-Szene ist noch jung und vielleicht bilden sich eines Tages mehr Teams wie unsere kleine Gemeinschaft “Lucky Draw”, die zwar keine “Stars” hat, und spielerisch sicherlich nicht das Niveau aufweisen kann wie andere Pro-Teams. Dafür aber bin ich durchaus stolz darauf, dass wir schon so lange zusammen sind und ich sehr nette Menschen kennen lernen durfte. Weiter so, Jungs, ihr seid klasse und ich denke, eines Tages wird auch jemand von uns mal auf der ganz großen (Blizzcon-)Bühne stehen.

Euer Gunny

Kommentare

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